PRAXISBEISPIEL VISTAPARK GROUP: ZUM WACHSTUM GEHÖREN AUCH VERÄNDERUNGEN

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Es ist mal wieder Zeit für einen Bericht aus der Praxis. Heute wenden wir uns dem Thema Wachstum zu. Ein großartiges Beispiel dafür, wie Wachstum gelingt und was dafür zu tun ist, stellt die Design- und Kommunikationsagentur  vistapark mit Sitz in Wuppertal und Köln dar:

Als im März 2018 das jährliche Umsatzranking von W&V, Horizont und GWA erschien, platzierte vistapark sich aus dem Stand unter den größten inhabergeführten Agenturen Deutschlands. Bemerkenswert dabei sind die genauen Wachstumsraten. Während das Gesamtwachstum 2017 bei 5,51 Prozent (Vorjahr: 6,58 Prozent) liegt, verzeichnet vistapark einen Umsatzzuwachs von 34,3 Prozent. Damit belegen die Wuppertaler und Kölner den vierten Platz der Agenturen mit dem stärksten Umsatzwachstum. Ähnlich verhält es sich bei der Entwicklung der Mitarbeiterzahlen. Um ganze 35,3 Prozent ist vistaparks Mannschaft im vergangenen Jahr gewachsen. Auch hier weisen nur drei andere Agenturen einen stärkeren Anstieg vor. Der Schnitt im Gesamtranking liegt dagegen bei nur 2,55 Prozent.

Wie kommt man da hin? Dazu haben wir mit Arndt Johannes und Evelyn Lauer aus der vistapark-Geschäftsleitung gesprochen. Los geht’s:

Bernhard: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch – Ihr habt letztes Jahr Euer zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert. Kommen wir gleich zu meinem Lieblingsthema: Wie viel Struktur ist dafür erforderlich?

Arndt: Eine ganze Menge. Wir sind von Anfang an stark gewachsen, waren früh schon groß. Allerdings haben wir auch rechtzeitig begriffen, dass man ab einer gewissen Größe eben auch Struktur braucht. Unter anderem im Controlling.Durch kluge Standards, auch im Vertragswesen, lässt sich nicht nur Zeit, sondern auch Geld sparen. Das konnten wir aus eigenen Reihen nicht leisten und haben uns deshalb einen Spezialisten aus diesem Bereich gesucht: Dich!

Außerdem ist es auch in der Agenturführung wie in einer guten Beziehung: Zwischendurch muss man die Dinge auf den Prüfstand stellen und sich angucken, wo die Verbesserungspotentiale liegen. Dafür ist es wichtig, einen Spiegel aus der Außenperspektive zu haben.

Bernhard: Damit spielst Du jetzt auf die Umstrukturierung vor drei Jahren und den generellen Change-Prozess an, bei dem ich Euch begleite. Was hat Euch dazu bewogen?

Arndt: Wir waren an einem Punkt angelangt, an dem wir uns entscheiden mussten. Wollen wir da bleiben, wo wir sind, uns spezialisieren und vielleicht sogar verkleinern? Oder wollen wir unser gesamtes Potenzial nutzen und uns auf neue Füße stellen? Der Zeitpunkt war genau richtig: Wir hatten die perfekte Kombination aus Kunden und Mitarbeitern, die nötige Erfahrung und ein starkes Netzwerk. Also sind wir den Prozess der Neustrukturierung angegangen. Unser Grundstein, um nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe zu wachsen. Dazu gehörte auch, dass wir uns von alten Gesellschaftern trennen und eine neue Holding-Struktur aufbauen.

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Zu Besuch im Kölner Büro von vistapark

 

Bernhard: Bei einem Team von 60 Mitarbeitern, die im Durchschnitt seit knapp sechs Jahren bei Euch arbeiten, sind das Neugestaltungen, die viel Fingerspitzengefühl brauchen.

Arndt: Auf jeden Fall. Wir gehen hier aber mit einer bedingungslosen Transparenz ans Werk – jeder weiß, was vor sich geht. Außerdem haben wir Euren Rat befolgt und Profis aus Eurem Netzwerk eingeschaltet. So steht Ulrich Halstenbach  allen Mitarbeitern als Coach zur Verfügung und führt sie durch die Veränderungen.

Evelyn: Außerdem bauen wir jetzt vor, um kommende Wandlungen früher anzugehen. 2016 hatten wir den ersten Strategie-Workshop, in dem wir reflektiert und Stellschrauben fürs neue Jahr festgelegt haben. Diese Ziele verfolgen wir konsequent über das Jahr hinweg, um sie zu erreichen. Dadurch entsteht eine konsequente und kontinuierliche Weiterentwicklung statt eines umfassenden Change-Prozesses.

Bernhard: Ein Aspekt beim Change war die Entscheidung, die Geschäftsleitung zu erweitern. Statt jemanden von außen zu holen, habt Ihr Euch entschieden, Evelyn Lauer von der Führungskraft zur Geschäftsführerin aufzubauen. Warum?

Evelyn: Für mich war es natürlich eine klare Weiterentwicklung mit einer echten Challenge. Denn zu der fachlichen Herausforderung kommt ja noch eine emotionale: Wie kriegt man diesen Schritt mit den Kollegen hin? Wie mit Kunden, die einen noch als Projektmanager kennen? Da musste ich aber nicht allein durch, sondern auch ich habe mit Ulrich Halstenbach einen Spitzencoach an meiner Seite.

Arndt: Ihre Talente und Fähigkeiten waren der eigentliche Grund, die Gedanken über eine zweite Geschäftsführerposition überhaupt zu konkretisieren. Hinzu kommt, dass Evelyn schon genau wusste, wie vistapark tickt. Wir sind in unseren Kundenbeziehungen und Arbeitsweisen bewusst sehr speziell, da hätte es jetzt wenig gebracht, draußen nach jemandem zu gucken.

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Im Gespräch mit Evelyn Lauer, Geschäftsführerin von vistapark

 

Bernhard: Ihr habt 2016 zusätzlich zu Eurem Stammsitz in Wuppertal ein zweites Büro in Köln eröffnet. Dazwischen liegen ja nur rund 50 Kilometer – warum macht man das?

Evelyn: Ganz klar: Um wachsen zu können. Köln ist als Standort für potenzielle Mitarbeiter viel attraktiver als Wuppertal, das vereinfacht das Recruiting. Ein kompletter Umzug kam für uns nicht im Frage, weil unsere Wuppertaler Mitarbeiter seit Jahren dort verwurzelt sind. Also haben wir einen zweiten Standort eröffnet. Damit waren aber auch ganz klare Ziele verbunden: Das Office in Köln muss sich selber tragen können. Das kann es jetzt. Wir haben hier mit fünf Mitarbeitern angefangen, mittlerweile sind wir 20.

Bernhard: Wenn man Eure Kundenliste anschaut, trifft man auf viele alte Bekannte – Marken wie Puky, Emsa, Scout-Schulranzen oder ABB kennt ja wohl jeder. Auf den zweiten Blick fällt die unglaubliche Treue Eurer Kunden auf – sechzehn Jahre beträgt die Durchschnittsverweildauer! Unglaublich in Zeiten, wo alle naslang Pitches ausgeschrieben werden. Wie macht Ihr das?

Arndt: Wir sind tatsächlich selber auch treu. Zum Beispiel, indem wir an diesem Pitch-Wahnsinn gar nicht erst teilnehmen. Uns geht es nicht um höher, schneller, weiter – wir legen Wert auf eine echte Kundenbeziehung. Wir wollen wirklich verstehen, was der Kunde will und braucht. Dafür braucht man Tiefenwissen. Nur so können wir Vertrauen aufbauen und das machen, wofür unsere Kunden uns als Leadagentur beauftragen: Mit- und Vorzudenken.

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Links: Arndt Johannes, Geschäftsführer von vistapark

 

Bernhard: Was ist, wenn Euer Wissen mal nicht ausreicht?

Evelyn: Man kann einfach nicht alles wissen. Wenn das der Fall ist, wissen wir aber auf jeden Fall, welchen Spezialisten wir fragen können. Dafür ist ein gutes Netzwerk absolut essentiell. Mit vielen Partnern arbeiten wir kontinuierlich und sehr vertrauensvoll zusammen. Zum Beispiel im Bereich Controlling und Struktur mit Dir.

Bei Digitalisierungsthemen und insbesondere damit verbundenen Recruitingprozessen vertrauen wir auf die Kompetenz von Esther Königes. Beide Themen sind für uns viel zu wichtig, als dass wir da auf Expertenwissen verzichten wollten. Hier stecken die größten Herausforderungen unserer Branche. Stellt sich heraus, dass wir ein Skill fulltime benötigen, bauen wir diese Position intern auf.

Bernhard: Und, seid Ihr jetzt am Ziel Eurer Neuordnung?

Evelyn: Hat man ein Ziel jemals erreicht? Während man dem einen hinterher jagt, findet man ja schon das nächste. In der heutigen Zeit gibt es einfach keinen Stillstand mehr, alles ist in Bewegung, passt sich an und formiert sich neu und wir sind mitten drinnen. Dass das in den letzten Jahren gut geklappt hat, sieht man nicht zuletzt daran, dass wir auf Anhieb zu den wachstumsstärksten inhabergeführten Agenturen Deutschlands gehören. Das haben wir nicht alleine geschafft! Unser Dank geht auch an Dich!

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Links: Evelyn Lauer, Geschäftsführerin von vistapark

 

Bernhard: Vielen Dank für das Gespräch, Evelyn und Arndt!

 

PS: Hier geht es zum Profil von vistapark auf facebook.

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