Mehr Top als Flop: Unsere Insights zur Entwicklung der Agenturbranche

So geht ein Licht auf: Bernhard Probst von kleinkariert über die Entwicklung der Agenturbranche

Nicht nur Zahlenmenschen wie wir haben den Frühjahrsmonitor des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA) mit Spannung erwartet. Denn nach einem turbulenten 2020 waren wir natürlich alle gespannt: Wie sieht die Entwicklung der Agenturbranche aus?

 

Das Ergebnis war dann letztlich beruhigend. Fast 40 Prozent der an der GWA-Umfrage teilnehmenden Agenturen konnten ihren Umsatz 2020 im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das gleicht die Umsatzeinbußen, die knapp 60 Prozent der Agenturen vermelden, ein wenig aus, so dass der Umsatzrückgang insgesamt bei nur 1,3 Prozent liegt. Umsatztreiber war – keine Frage – die Online-Kommunikation. Zum kompletten Monitor geht es hier.

Entwicklung der Agenturbranche wird positiver eingeschätzt als noch 2020

Auch der iBusiness Wirtschaftsindex vermeldet: Die Geschäftslage in den Agenturen wird deutlich positiver eingeschätzt als es noch im vergangenen Herbst der Fall war. Insbesondere das Geschäftsfeld ‚Strategie, Beratung, Digitale Geschäftserwartungen‘ bewegt sich auf einem sehr hohem Niveau. In der Gegenüberstellung mit dem ifo Geschäftsklimaindex zeigt sich: Die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Digitalwirtschaft läuft relativ einheitlich.

Das ist alles sehr erfreulich und deckt sich im Wesentlichen mit den Erfahrungen aus unserem Netzwerk. Doch uns interessieren auch die Geschichten hinter den Zahlen. Was ist in den letzten Monaten besonders gut gelaufen? Was haben wir in unserem Umfeld Positives gesehen? Und da können wir nur sagen. Ziemlich viel!

Wir beschränken uns auf drei Trendthemen, die unsere Beratungstätigkeit im letzten und in diesem Jahr besonders prägen:

Wachstum is all around

Nahezu alle Agenturen in unserem Netzwerk haben derzeit neue Stellen ausgeschrieben. Selten haben wir zudem so viele Neugründungen in unserem Umfeld gesehen wie 2020/2021. Besonders toll hat es die FETTE BEUTE GRUPPE von Maria Sibylla Kalverkämper und Jörg Hesse getrieben: Mit der Des Wahnsinns Fette Beute Düsseldorf GmbH, der triljen GmbH und der german brand school kommen gleich drei Neugründungen aus Attendorn. Darüber freuen wir uns als Grundsteinleger der Gruppe besonders. Wachstum war einer der wesentlichen Gründe, die Struktur von der Agentur zur Gruppe zu verwandeln. Aus dem Grundstein ist ein solides Haus geworden.

Übrigens: Auch wir waren in Sachen Gründung nicht gerade kleinkariert, aber dazu weiter unten mehr.

Die Unternehmenskultur ist wichtiger denn je

Diese Entwicklung hängt sicherlich mit den neuen Arbeitswelten zusammen, die zwangläufig seit dem Frühjahr 2020 entstanden sind. Wenn ganze Teams von heute auf morgen ins Home Office ziehen und sich über Monate hinweg nur noch auf dem Bildschirm sehen, wird das Miteinander erst einmal ordentlich durchgeschüttelt.

Werte und Motivation erhalten einen höheren Stellenwert. Die Frage „Wer sind wir?“ rückt in den Mittelpunkt – und noch dringender: Wer nimmt sich der Frage eigentlich an und ergreift die passenden Maßnahmen? Und muss er – oder sie – das eigentlich zusätzlich zum normalen Job machen? Häufig ein Thema für externe Coaches, die die Agentur mittelfristig begleiten.

Zeitmanagement trifft auf neue Herausforderungen

Home Office, Home Schooling, Videomüdigkeit – wenn es besonders schwierig ist, sich auf die Arbeit zu fokussieren, fallen ungeliebte Tätigkeiten noch stärker ins Gewicht als ohnehin schon. Klarer Spitzenreiter beim von-der-eigentlichen-Arbeit-abhalten: Die Administration. Sie auch noch ins Zeitmanagement einzubinden, ist eine echte Herausforderung. Beispielsweise die Buchhaltung mal eben so mit zu erledigen, ist eben leichter gesagt als getan.

Doch was tun? Hier greift der alte Ratschlag „love it, change it or leave it“. Da es illusorisch ist, Kreative zu Erbsenzählern zu machen, der ganze Admin-Kram aber nun einmal erledigt werden muss, hilft nur eins: change it. Auch dazu weiter unten mehr.

Das Geheimnis des Erfolgs

Was haben also die Agenturen, die 2020 Umsatzsteigerungen verzeichnen, anders gemacht als diejenigen, denen das Jahr schwer zugesetzt hat? Ganz unabhängig vom Geschäftsmodell (natürlich hatten beispielsweise Digitalagenturen ohnehin einfacherer Voraussetzungen als Unternehmen, die im Bereich der Live-Kommunikation oder im Messebau tätig sind), kristallisieren sich folgende Eigenschaften heraus, die wir als klare Erfolgsfaktoren bewerten:

  • wer in der Lage ist, die Bedürfnisse seiner KundInnen zu erkennen und sich mit ihnen wandelt, punktet. Mut zur Veränderung und Kreativität bei der Entwicklung neuer Herangehensweisen sind gefragt. Eigentlich Eigenschaften, die Agenturen per se mitbringen sollten, oder?
  • wer flexibel ist, gewinnt. Nehmen wir das Beispiel Home Office: Wer nach zwei Tagen den heimischen Schreib- oder Esstisch als mehr oder weniger voll ausgestatteten Arbeitsplatz installiert hat, kann quasi ohne Unterbrechung weiter machen. Ein Beispiel für einen unendlichen Zeitvorsprung. Mehr dazu auch in unserem Beitrag „Keep on moving“
  • wer begriffen hat, wie Akquise funktioniert, auch wenn man keine Hausbesuche machen kann, ist klar im Vorteil. Natürlich dauert es länger, den Fuß in die Tür bekommt, wo im Moment physisch gar keine ist. Doch wer nicht wagt, der gewinnt eben auch nicht.

Der guten Ordnung halber: Diese Faktoren sind nicht nur entscheidend, wenn ein Virus die Welt lahmlegt. Gute DienstleisterInnen beherzigen sie immer. 

Jetzt interessiert uns natürlich:

Wie habt Ihr die Zeit erlebt? Welche Trends, welche Learnings erkennt Ihr? Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen, gern als Kommentar oder auch per E-Mail an kontakt@kleinkariert.com.

Ach, und da war doch noch was. Wenn Euch interessiert, was wir im Post nun mehrfach angekündigt haben, klickt doch mal auf  www.summarum.com. Denn auch unser Geschäftsführer Bernhard Probst gehört zu den Gründern 2020: Gemeinsam mit Patricia Colominas hat er die summarum GmbH in Wuppertal ins Leben gerufen. Sie schafft die perfekte Lösung für Agenturen und Freelancer, die an ihrer Herangehensweise der administrativen Tätigkeiten etwas ändern wollen. Denn das Team von summarum übernimmt Aufgaben aus den Bereichen Finanzen & Controlling, Office Management, Assistenz und Human Resources, persönlich, zuverlässig und digital unterstützt. Und, wie man es von kleinkariert schon kennt, mit guter Laune und einer klaren, verständlichen Sprache. Damit ist eine lästige Sache vom Tisch und mehr Zeit für das, was zählt: Das Kerngeschäft.

In dem Zusammenhang empfehlen wir auch die Lektüre unserer Studie „Kreative und ihre Administration: Ist das Job oder kann das weg?“  Sie zeigt auf, wie andere Agenturen und Solopreneure ihre Verwaltung managen – mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

 

 

 

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