Sinnvoller arbeiten: Multisensorik im Büro

Im ersten Teil unseres Beitrags für mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz sind wir bereits auf die positiven Auswirkungen der Multisensorik eingegangen. Olaf Hartmann vom Multisense Institut für sensorisches Marketing hat uns im zweiten Teil allerhand Hintergrundwissen dazu geliefert. Es liegt auf der Hand, dass eine multisensorische Aufrüstung der Arbeitsplätze für mehr Wohlbefinden sorgen kann. Heute werden wir konkret, wie ihr Multisensorik im Büro einsetzt:

Wie genau können wir die Sinne am Arbeitsplatz mit einfachen Mitteln stimulieren?

Das Ziel soll sein, dass Mitarbeiter:innen sich aus eigenem Antrieb entscheiden, wann und ob sie ihren Arbeitsplatz in der Agentur oder Zuhause einnehmen. Dass damit auch die Produktivität erhöht wird, ist ein netter Nebeneffekt, um den es uns jedoch hier nur sekundär geht. Bei unseren Tipps gehen wir Sinn für Sinn vor.

Akustik: Das Hören

Musik am Arbeitsplatz mag nicht jeder (kann uns bei der Gelegenheit mal jemand erklären, warum die Kolleg:innen in der Grafik so gern Mucke laufen haben, während die Texter:innen mit den Augen rollen?).  Dauerbeschallung ist also nicht die Art von Multisensorik, die wir meinen. Dann schon eher richtig gute Kopfhörer mit Noise Cancelling. Denn das Thema Hören spielt eine große Rolle am Arbeitsplatz, wenn auch im Zusammenhang mit „manchmal ist weniger auch mehr“. Im Klartext:

Geräusche zu minimieren, sorgt sehr schnell für Wohlbefinden. Dabei helfen professionelle Schallschutzmodule, die sogar ganz diskret unter der Decke angebracht werden. Günstiger sind das geschickte Stellen von Möbeln, Wanddeko oder sogar Zimmerpflanzen, die sogar noch für ein besseres Raumklima sorgen.  Außerdem gehören alle lauten Gerätschaften auf Abstand – mal ganz abgesehen davon, dass ein kleiner Spaziergang zum Drucker, Scanner und Kopierer gut tut.

Multisensorik im Büro: Hier geht es zu Teil 1 mit den Grundlagen für mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz

Optik: Das Sehen

Beim Sehen kommt uns zunächst Licht in den Sinn. Klar, an einer guten Schreibtischlampe geht ohnehin kein Weg vorbei. Zusätzlich lässt sich mit einer gut platzierten Beleuchtung in allen Räumen eine angenehme Atmosphäre kreieren. Idealerweise getrennt schaltbar und zum Dimmen geeignet, so ein Agenturtag dauert ja schon mal „from dawn till dusk“.

Was dem Sehsinn außerdem gut tut: Wenn wir ihn nicht über die Maßen strapazieren müssen. Wirklich gute, hochauflösende Bildschirme wirken Wunder über einen langen Arbeitstag. Und selbst junge Menschen profitieren bisweilen von einer Computerbrille, die Arbeitgeber:innen durchaus auch bezuschussen.

Olfaktorik: Das Riechen

Von der Nase direkt ins Hirn: Gerüche sind wohl das subtilste Stimulanz, denn sie erzeugen umgehend und unbewusst Assoziationen und Emotionen. Dass frische Luft den Kopf frei macht, wissen wir alle aus eigener Erfahrung. Aber wusstest du, dass auch Düfte dazu beitragen können, dass die Arbeit besonders leicht von der Hand geht? Frische, zitrische Noten wie Zitrone, Lemongrass, Eukalyptus oder Pfefferminzes beispielsweise regen die Kreativität an. Gegen Stress duften Bergamotte, Fichtennadel und Jasmin. Orange, Thymian und Apfel wiederum sollen die Konzentration fördern.

Aber Achtung, bitte jetzt nicht gleich losgehen und was zum flächendeckenden Beduften besorgen, ganz so einfach ist es nicht mit der Multisensorik im Büro. Wir wiederholen noch mal das Zauberwort subtil. Genau das gefiel uns doch in dem in Teil 1 beschrieben gedanklichen Ausflug so gut – dass wir nur feststellen, dass es toll riecht, aber der Eindruck nicht primär ist. Und leider ist es bei Duftkerzen oder Raumsprays häufig so, dass sie dominieren und eher müffeln als motivieren. Diffusoren, mit denen ätherische Öle über Wasserdampf in die Luft gebracht werden, sind hier die bessere Wahl. Aber bitte sparsam dosieren. Ansonsten gilt im Moment ja eh mehr als sonst: Regelmäßig durchlüften oder einen Luftreiniger nutzen, um die verbrauchte Luft durch frische zu ersetzen.

Haptik: Das Fühlen

Die Haptik hat im Arbeitsleben eine eher praktische Funktion. Was hier als angenehm empfunden wird, ist sehr individuell. Simples Beispiel: Maus. Da ist einfach jeder Jeck anders, wie man bei uns in Köln sagt. Manche schwören auf  Touch- oder Trackpads, andere haben lieber eine Maus in der Hand. Und da geht’s dann auch schon los. Groß, klein, ergonomisch geformt oder minimalistisch klein, bitte nur mit Rechtsklick oder mit hundertdrölf Funktionen, für Links- oder Rechtshänder:innen. Ähnlich verhält es sich mit der Tastatur. Satter, tiefer Anschlag wie bei einem Klavier oder lieber das ultraflache Modell, über das die Finger nur so huschen?

Wir können die Finger einfach nicht davon lassen, von Maus und Tastatur. Den ganzen Tag nicht. Umso wichtiger, dass alle am Arbeitsplatz genau die Modelle haben, mit denen sie gut arbeiten können. Denn auch ein Handschmeichler trägt zum Wohlbefinden bei. Und der kommt bitte von der Agentur. Also: Fragen, wer sich welche Modelle wünscht, kaufen, hinstellen. Danke!

Warum der Tastsinn besonders wichtig ist, verrät Olaf Hartmann vom Multisense Institut im zweiten Teil unserer Reihe. Den bitte also nicht bei der Multisensorik im Büro vergessen!

Gustatorik: Das Schmecken

Liebe geht durch den Magen. Und Wohlfühlen beginnt schon bei den Geschmacksknospen. Kaffee, Tee und Wasser gehören natürlich zu den Standards im Büro. Dass diese Getränke kostenlos zur Verfügung gestellt werden, setzen wir jetzt mal voraus. Auch frisches Obst gehört mittlerweile zum guten Ton und hat die kalorienreiche Snack Box zum Glück weitestgehend verdrängt.

Nur: Das haben wir auch alles schon im Home Office hinbekommen. Wie kann man es auch im Büro wohlschmeckender gestalten, so dass der Anreiz noch höher ist, mal wieder reinzukommen? Zum Glück sind wir in der Agenturwelt da schon einige Schritte weiter als in vielen anderen Branchen. Haben schicke Siebträger-Kaffeemaschinen mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, eine umfangreiche Teesammlung und jede Menge hipper Getränke. Kochen vielleicht bereits zusammen. Aber den Kreativen fällt da doch bestimmt noch mehr ein, oder? Muss ja nicht unbedingt ein Hard Seltzer-Testtrinken sein…

Welche Maßnahmen setzt ihr bereits um? Habt ihr weitere Ideen? Wir freuen uns auf euer Input als Kommentar oder auch per E-Mail an kontakt@kleinkariert.com!

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